EDBT 2006
Von der Datenbank zum Datenmanagement
Internationale Konferenz für Datenbanktechnologie in München
Über 300 Experten aus aller Welt diskutieren vom 26. bis 31. März 2006 auf der „10. International Conference on Extending Database Technology“ (EDBT 2006) über aktuelle Entwicklungen und Anwendungen in Datenbanken. Konferenzthemen sind unter anderem autonome Datenbanken, Peer-to-peer und Grid-Datenmanagement, XML-Datenbanken und Text-Datenbanken. Die Fakultät für Informatik der TU München richtet die Konferenz im Künstlerhaus in München aus.
Die Datenbankforschung befindet sich im Wandel: Nachdem die Konstruktion von Datenbankkernen weitgehend verstanden wird, beeinflussen technologische Trends und neue Anwendungen die Datenbanktechnologie immer mehr. Es entsteht ein erweitertes Begriffsverständnis: Von der reinen Datenbank zum universellen Datenmanagement. Ob virtuelle digitale Bibliotheken, virtuelle Communities oder biomedizinische Informatik – sie alle basieren auf einer robusten und flexiblen Datenhaltung.
Autonome Datenbanken kommen ganz ohne Systemadministration aus – sie verwalten sich selbst. Ist der Rechner beispielsweise überlastet oder der Akku eines Mobiltelefons nahezu verbraucht, reagiert das System selbständig und führt nur noch notwendige Operationen durch. Aufwändige Aufgaben verschiebt es auf später.
Beim Peer-to-peer und Grid-Datenmanagement werden die Rechenleistung und der Datenbestand auf vielen Netzwerkknoten verteilt und den Nutzern bei Bedarf zur Verfügung gestellt. „Gerade in Bereichen mit enormen Datenmengen sind das verteilte Rechnen und Lagern der Daten von Vorteil“, sagt Informatikprofessor Alfons Kemper, dessen Datenbankforschungsgruppe an der TU München maßgeblich an Astrogrid arbeitet. Das vom BMBF geförderte Grid-Forschungsprojekt soll Wissenschaftlern in Deutschland den Zugriff und Austausch auf astronomische Forschungsdaten und Instrumente wie Teleskope erleichtern.
Auch in betrieblichen Anwendungen ist das Management von Informationen aus heterogenen Datenquellen ein Zukunftsthema. „So muss beispielsweise ein Automobilhersteller seine Datenbanken eng mit den Datenbanken seiner Zulieferer koppeln, aber gleichzeitig möchten beide Unternehmen ihre Systeme eigenständig entwickeln und schützen“, erläutert Florian Matthes, Professor der Informatik der TU München. „Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass durch Automatisierung Kosten gespart und gleichzeitig die Verfügbarkeit sowie die Sicherheit der Systeme erhöht werden.“
Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen. Konferenzort ist das Künstlerhaus, Lenbachplatz 8 in München.
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