Fakultät Informatik

50 Jahre Informatik München

Der Weg zur eigenständigen Fakultät 

2017 feiert unsere Fakultät ein halbes Jahrhundert Informatik in München. Der Anlass: Im Wintersemester 1967/68 wurde an der heutigen TUM erstmals der Studiengang „Informationsverarbeitung“ angeboten. Das Startsignal hierzu gab  Prof. Friedrich Ludwig Bauer mit seinem zweisemestrigen Vorlesungszyklus „Einführung in die Informationsverarbeitung“ für Diplom-Mathematiker des Mathematischen Instituts. 

Ab dem Wintersemester 1970/71 wurde der Studiengang "Informationsverarbeitung" zum Nebenfach Informatik ausgebaut. Seit 1972 gibt es einen eigenständigen Studiengang der Informatik. Erst 1992 entstand durch Teilung der bisherigen Fakultät für Mathematik eine eigene Fakultät für Informatik mit zunächst zwölf Ordinariaten. Aktuell gibt es an der Fakultät für Informatik 24 Lehrstühle und 39 Professorinnen und Professoren sowie 4744 Studierende (WS 2016/17).

Seit wann spricht man von "Informatik"?

Wieder kommt Friedrich L. Bauer ins Spiel. 1969 ergriff er die Initiative zur Gründung der „ Gesellschaft für Informatik“ (GI) um eine schlagkräftige Vertretung der wissenschaftlichen Interessen durch eine Vereinigung zu schaffen, die sich auf das Gebiet der Informationsverarbeitung konzentrierte. Zu jenem Zeitpunkt war „Informatik“ bereits ein geläufiger Begriff, im Gegensatz zum englischen „Computer Science“. Genau unter ersterer Bezeichnung wollte Bauer die Informatik als Wissenschaftsdisziplin etablieren. Vor Gericht unterlag der Pionier jedoch gegen Standard Elektrik Lorenz (SEL). Der Stuttgarter Hersteller von Elektrotechnik hielt die Namensrechte an Informatik bis zur Firmenauflösung im Jahr 1992, weil er 1956 das Informatik-System "Quelle" an den Start gebracht hatte. Lange Zeit ist die Münchner Informatik unter dem Symbol der Informatik-Sonne angetreten, die Prof. Bauer als Tagungssymbol in Auftrag gegeben hatte.