Fakultät Informatik

12.12.2016

Siemens-Preise für besten Abschluss verliehen

Michael Obersteiner, Jonas Kick

Für den jeweils besten Abschluss in der Regelstudienzeit von vier Semestern wurde Michael Obersteiner (Master Informatik) und Jonas Kick (Master Wirtschaftsinformatik) im Rahmen des diesjährigen Absolventenfestes der Siemens-Preis verliehen. 

Obersteiner erhielt die Auszeichnung für seine Abschlussarbeit "Parallel Implementation of the Fast Multipole Method". In dieser wird eine neue MPI Parallelisierung für die Fast Multipole Methode in der Molekulardynamik Software MarDyn vorgestellt. Für die Implementierung wurden mehrere Optimierungen entwickelt, um die Kommunikationskosten zu verringern. Durch Veränderungen in der Traversierung der Fast Multipole Methode und durch die Verwendung von nicht blockierender Kommunikation wird eine Überlappung der Kommunikation mit den Berechnungen ermöglicht. Mithilfe von synchronisiertem lokalem Datenaustausch schafft es die Implementierung komplett auf globale Reduktionsoperationen zu verzichten. Dies ermöglicht eine verbesserte Skalierung, vor allem für Simulationen mit großen Prozessorzahlen. Außerdem entwickelte Michael Obersteiner ein neues Kommunikationsschema, um zonale Methoden innerhalb der Fast Multipole Methode verwenden zu können. Hierfür definierte er neue Importbereiche für die NT Methode, mit denen sich die Kommunikationspartner für das Senden und das Empfangen auf sechs für den lokalen Baum und auf 31 für den globalen Baum reduzieren lassen. Dadurch konnte eine parallele Effizienz von 67% mit einem Speedup von 347 für 512 Prozessoren erreicht werden. Für die Testreihen zwischen 512 und 4096 beziehungsweise 4096 und 32768 Prozessoren war ein relativer Speedup von 5,7 beziehungsweise 3,6 messbar. Zusätzlich wird die hier erarbeitete Implementierung mit der Fast Multipole Bibliothek ExaFMM verglichen.

Jonas Kick wurde für seine Master-Arbeit "Entwicklung eines IT-Post Merger Integration Reifegradmodells - Evaluierung anhand von Fallstudien" geehrt. Die Post Merger Integration (PMI) ist ein fester Bestandteil einer Übernahme und Fusion, die alle notwendigen Integrationstätigkeiten in den funktionalen Bereichen eines Unternehmens umfasst. Die IT-PMI ist hierbei ein Teilbereich der PMI, welcher auf die zielgerichete und effiziente Harmonisierung der IT-Komponenten der beiden an einer Fusion oder Übernahme beteiligten Unternehmen abzielt. Obwohl eine IT-PMI als kostenintensivster und komplexester Integrationsbereich einer Transaktion gilt, wird die IT oftmals nur unzureichend in den Vertragsverhandlungen und der Integrationsplanung berücksichtigt. Eine Vielzahl der Herausforderungen einer IT-PMI halten auch nach der Integrationsphase an und verursachen immense Kosten. Daher sollte die IT-PMI-Reife bewertet und die interne IT-Ausprägung hinsichtlich einer IT-PMI optimiert werden, sodass Unternehmen besser auf zukünftige IT-PMIs vorbereitet sind. Das Ziel der Masterarbeit von Jonas Kick ist die Entwicklung eines IT-PMI Reifegradmodells aus Sicht eines zukünftigen Akquisiteurs. 


Dekan Prof. Bungartz (rechts) mit den beiden Siemens-Preisträgern Michael Obersteiner und Jonas Kick.