Automotive Software Engineering
Struktur des Studiengangs
Der forschungsorientierte und anwendungsnahe Master-Studiengang "Automotive Software Engineering" ist so ausgerichtet dass er etwa zu 65% allgemeine Lehranteile zum Software Engineering und 10% überfachlichen Themen („Softskills“) umfasst und zu 25% domänenspezifische Themen („Automotive“). Die Lehrveranstaltungen sind in die folgenden vier Studienbereiche eingeteilt:
- Studienbereich I: Software Engineering
- Studienbereich II: Automotive Technologien
- Studienbereich III: Test und Verifikation
- Studienbereich IV: Organisation und Management
Studienbereich I: Software Engineering
Im Bereich Software Engineering werden Konzepte und Methoden für den Entwurf qualitativ hochwertiger Softwaresysteme vermittelt. Der Studienbereich umfasst die folgenden Themen:
- Software Engineering Grundlagen: Vorgehensmodelle, Modellierungstechniken, Requirements Engineering, Systementwurf, Implementierung
- Automobilspezifische Applikationen: Fahrerassistenz, Motorsteuerung, Karosserie, Multimedia, Gesamtarchitektur, Bordnetz und Vernetzung
- Entwurfstechniken: Metamodellierung und Modelltransformationen, Zustandsbasierte Modellierung, Techniken für den Regelungsentwurf, Requirements Engineering, Produktlinien
- Fortgeschrittene Programmierung: Objektorientierte Programmierung, Funktionale-/Constraint-basierte Programmierung, Komponentenmodelle, Programmierung in großen Teams
- HMI (Mensch-Maschine-Interface) und Ergonomie: Entwurf von HMIs, Ergonomie von HMIs
Studienbereich II: Automotive Technologien
Im Bereich Automotive Technologien wird Wissen zum Verständnis hardwarenaher Technologien vermittelt. Durch eine Vereinheitlichung aller Masterstudiengänge an der TU München ist es dabei möglich, Lehrveranstaltungen aus den Fakultäten Elektro-/Informationstechnik und Maschinenwesen in den Lehrveranstaltungskatalog des Studiengangs Automotive Software Engineering mit aufzunehmen. Im Bereich der Automotive Technologien werden aufbauend auf Automobilspezifischen Applikationen Kenntnisse der Fahrzeugelektronik, eingebetteter Software Technologien und der Standardsoftware vermittelt:
- Mechatronik Grundlagen: Echtzeitsysteme, Prozesse, Threads, Interprozesskommunikation, Aufbau ein-gebetteter Prozessoren, System-on-a-Chip (SoC), Prozess- und Feldbusse, Fehlertolerante Systeme
- Signalverarbeitung: Repräsentationsformen von Signalen, Fourier-Transformationen
- (diskrete, schnelle), Laplace-Transformation, z-Transformation
- Fahrzeugtechnik: Rad und Reifen, Kräfte am Fahrzeug, Bremsen, Federung und Dämpfung, Lenkung und Kurshaltung, Aufbau von Kraftfahrzeugen, Infotainment
- Eingebettete Technologien: OSEK-Betriebssysteme, Bussysteme, Plattformen und Prozessoren
- Standardsoftware: Autosar, VFB (Komponentenmodelle), Treiberarchitekturen
Studienbereich III: Test und Verifikation
Grundlegende Prinzipien für den Entwurf korrekter Software werden in dem Studienbereich Test- und Verifikation vermittelt. Die Techniken zur formalen Verifikation und für den modellbasierten Software Test bedürfen einer sorgfältigen Einführung der Mathematischen Grundlagen. Darauf bauen Spezialvorlesungen zum Debugging und Test, zur formalen Verifikation und zur Diagnose softwareintensiver Systeme im Fahrzeug auf:
- Mathematische Grundlagen: Bereichstheorie, Semantik, Stromtheorie, Focus/Janus, Rechenstrukturen, Algebraische Spezifikationen, Regelungstechnik, Logik
- Fehlersuche/Test: Debugging, Test, Methodik
- Verifikation: Model-Checking, Theorembeweisen
- Diagnose: Onboard-Diagnose, Offboard-Diagnose
Studienbereich IV: Organisation und Management
Im Bereich Organisation und Management werden nachfolgende Themenbereiche behandelt: Neben der Vermittlung des reinen, fachspezifischen Wissens zielt der Studiengang auch auf die Ausprägung der sozialen Kompetenz der Studenten und auf die Ausbildung im Hinblick auf betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse. Gemäß der Empfehlung der GI (Gesellschaft für Informatik) entsprechen die Inhalte in diesem Bereich den Empfehlungen für überfachliche Grundlagen. Hierzu werden zuerst Betriebswirtschaftliche Grundlagen eingeführt. Darauf aufbauend werden Techniken zur Projektorganisation für das Qualitätsmanagement, für die Unternehmensführung und Soft-Skills vermittelt:
- Projektorganisation und Management: Organisationsformen, Projektplanung, Projektmanagement, Qualitätssi-cherung, Prozessmetriken, Erfolgsfaktoren
- Grundlagen der Betriebswirtschaft (BWL I, BWL II): Unternehmerische Funktionen, Beschaffung, Logistik, Produktion, Absatz
- Unternehmensführung: Businessplanentwurf, Kundengruppen, Kundennutzen, Wettbewerb, Marketing & Vertrieb, Chancen und Risiken, Finanzplanung
- Soft-Skills: Mitarbeiterführung, Konfliktlösung, Verhandlungssicherheit
- Qualitätsmanagement: CMMI, IEC61508, ISO 9000-2


