Fakultät Informatik

Ehrlich unentbehrlich

„Happy Birthday“: Das „Kinderzimmer“ von Mathematik und Informatik wird fünf

Von Doris Herrmann

Joaquin ist 20 Monate alt und geht schon regelmäßig zur Uni seit er ein halbes Jahr alt ist. In der Fakultät für Mathematik und Informatik gefällt es ihm besonders gut. Hier hat er sein eigenes kleines Reich und findet ständig Neues, das es zu entdecken gilt. Mit einer eigenen Betreuerin an der Seite macht ihm sein „Forschungsaufenthalt“ so richtig Spaß. Joaquin nimmt jedoch nicht etwa an einem neuen Frühstudienprogramm für Kleinkinder teil. Mama Fabiola Moyon bringt den Junior regelmäßig ins Kinderzimmer der Fakultät. Beispielsweise wenn sie am Samstag zur Prüfungsvorbereitung kommen, an einem Wochenendseminar teilnehmen oder einen Abendtermin fürs Studium wahrnehmen muss. Die junge Frau aus Ecuador studiert im dritten Semester im Masterstudiengang Informatik. Auch ihr Mann ist Studierender. „Ohne das Kinderzimmer könnte ich gar nicht zum Studium hier sein“, erklärt Fabiola Moyon. „Ein Babysitter wäre auf Dauer zu teuer. Die Kita hat am Wochenende und abends natürlich geschlossen.“

Seit Juni 2011 bieten die Fakultäten für Mathematik und Informatik im dritten Stock des Gebäudes (Raum 03.010.22B) für alle, die im Gebäude FMI studieren oder arbeiten eine flexible Kinderbetreuung an. Dieses Angebot kann zu Beginn eines jeden Semesters oder auch kurzfristig gebucht werden. Genaue Informationen gibt es unter  http://www.in.tum.de/kinderzimmer. Die Betreuer/innen werden nach Bedarf von der Agentur „Rund um Familie“ (R.U.F.) vermittelt.

Von der Kuschelmaus bis zum Katzenbuch stehen den Kindern ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Wer müde ist, hält ein Schläfchen auf dem Kindersofa.

Anfang des Jahres 2016 haben die Direktorien von Mathematik und Informatik die weitere Finanzierung der flexiblen Kinderbetreuung für die Jahre 2016 bis 2018 mit einem sehr großzügigen Betrag von 10.000 € pro Jahr beschlossen. Ein Segen gerade für auswärtige deutsche oder internationale Studierende. „Schon in Ecuador habe ich so auf der Website der Fakultät eine Möglichkeit zur Kinderbetreuung finden können. Das war sehr beruhigend“, sagt Fabiola Moyon. „Das Angebot des Kinderzimmers war ein wichtiger Grund, mich für ein Studium an der TUM zu entscheiden.“

Eine große Hilfe ist das Kinderzimmer auch bei der Überbrückung der Kita-Ferien, etwa für Informatik-Professor Julien Gagneur, Professur für Computational Biology. Seine 18 Monate alte Tochter Marion kommt dann in der Regel für einen halben Tag mit Papa nach Garching. „Ohne Kinderzimmer müssten meine Frau und ich abwechselnd Urlaub nehmen“, so Julien Gagneur. „Das ist schwierig bei so vielen Schulferien im Jahr.“ Schon vor seinem Start an der TUM im Januar 2016 fand der Assistant Professor das Angebot ganz einfach über TUM.Family. Besonders freut er sich nach eigenen Worten über das nette Personal, in dessen Obhut er Marion gut aufgehoben weiß.

Doch nicht nur Eltern vor Ort und ihre Kleinkinder profitieren vom flexiblen Betreuungsangebot. Auch für Gäste mit größeren Kindern bieten sich sonst kaum Alternativen. „Ohne die Betreuung im Kinderzimmer hätte ich mit meinen beiden vier- und siebenjährigen Söhnen wohl nicht nach Garching an die TUM kommen können“, versichert Johannes Zimmer, Professor für Mathematik an der University of Bath (UK). „Ich hätte nicht gewusst, wo ich meine Jungs unterbringen soll. Die Kinderbetreuung vor Ort entscheidet mit, welche Kolleg/innen ich im Ausland besuchen kann.“

Familienfreundlichkeit ist ein Baustein einer modernen Hochschulkultur, die Exzellenz in Forschung und Lehre fördert. Die TUM bietet bereits seit Jahren ein umfassendes Informations-, Beratungs- und Serviceangebot rund um die Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie. Das Kinderzimmer der Fakultäten Mathematik und Informatik ist ein unentbehrlicher Bestandteil des Angebots geworden, das auch von anderen Einrichtungen am Forschungscampus Garching mit genutzt wird und für den Standort Innenstadt (EDU) als Vorbild gedient hat. Studierende Fabiola Moyon: „Familienfreundlichkeit ist hier in Mathematik und Informatik nicht nur ein Schlagwort auf der Website, it really happens.“

 

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