Hirzinger, Gerhard


„Ein kleiner Nobelpreis an Bayern“

Mit dieser Schlagzeile berichtet der Münchner Merkur über die Verleihung des mit drei Millionen Mark dotierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preises an Dr. Gerhard Hirzinger, seit 1991 Honorarprofessor für Informatik an unserer Fakultät.

Gerhard Hirzinger, geboren im bayerischen Schwandorf, hat an der TU München von 1964-1969 Elektrotechnik studiert. Nach seiner Promotion im Jahr 1974 wurde er Leiter der Abteilung "Automatisierung" im DFVLR-Institut (heute: DLR) für Dynamik der Flugsysteme, die er auf sensorgeführte Robotersteuerungen ausrichtete. 1992 wurde er Direktor des DLR-Instituts für Robotik und Systemdynamik. In dieser Zeit befaßte er sich auch mit der Initiierung und technischen Leitung des sehr erfolgreich verlaufenen Roboter-Technologie-Experiments (ROTEX) für die Spacelab-D2 Mission, bei der erstmalig in der Raumfahrtgeschichte ein mit multisensorieller Intelligenz ausgestatteter Roboter ins All flog und prototypische Aufgaben erledigte. Nicht zuletzt durch diese Erfolge zählt Hirzinger zu den international bekanntesten Robotik-Forschern.

Inzwischen arbeitet Prof. Hirzinger intensiv am Technologietransfer des im All gewonnenen Know-hows in erdgebundene Anwendungen. Ein Beispiel dafür ist seine Kooperation mit dem Klinikum rechts der Isar der TU München, die auf eine Verbesserung von Instrumenten und auf die automatische Kameraführung durch kleine Roboter bei der minimal invasiven Chirurgie abzielt.

Gerhard Schrott