Prof. Dr. M. Paul am 18. September verstorben

Erster ordentlicher Professor für Informatik an der TUM

Prof. Dr. Manfred Paul

Prof. Dr. Manfred Paul (25.04.1932 – 18.09.2021) studierte ab 1951 Mathematik an der Technischen Universität München (TUM), die zum damaligen Zeitpunkt noch Technische Hochschule München hieß. Seine von Friedrich L. Bauer betreute Diplomarbeit bei Robert Sauer führte ihn unmittelbar über die Numerische Mathematik zur Mitarbeit am Übersetzer für die erste echte algorithmische Programmiersprache ALGOL58 (Abkürzung für Algorithmic Language). Gemeinsam mit Friedrich L. Bauer und weiteren Kollegen übersiedelte Manfred Paul 1958 von München nach Mainz, wo er auch promovierte. Von dort führte sein Weg an die University of Illinois (Urbana, USA), um den ALCOR (ALgorithmic COnverteR) ILLINOIS 7090 für die IBM 7090 zu bauen. Nach seiner Rückkehr nach München erklomm er als promovierter Mathematiker die Karriereleiter. Im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Rechenanlagen“, finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), habilitierte sich Manfred Paul im Wintersemester 1967/68 mit dem Thema „Zur Darstellung des Kongruenzverbandes einer endlichen abstrakten Algebra“. 1970 erhielt die Technische Hochschule München den neuen Namen Technische Universität München und mit Manfred Paul den ersten ordentlichen Professor für Informatik. Er engagierte sich 1971 als einer der Direktoren in der Sommerschule in Marktoberdorf, die auch heute noch eine feste Einrichtung für Informatikerinnen und Informatiker ist und weltweites Ansehen genießt. Auch in der Gesellschaft für Informatik (GI), deren Präsident Manfred Paul von 1971 bis 1973 war, wirkte er von Anfang an aktiv mit. Ferner zählte er zu den frühen Mitarbeitern des Leibniz-Rechenzentrums der Akademie der Wissenschaften und war Projektleiter im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 49, Teilprojekt G „Ein Arbeitsplatz-Rechnersystem für wissenschaftlich-technische Anwendungen“. Für seine herausragenden Verdienste um die internationale Informatikforschung erhielt Paul 1974 die prestigeträchtige Silver Core Auszeichnung der International Federation for Information Processing (IFIP). Er trug maßgeblich zur Entwicklung von Programmiersprachen, Compilern und Rechenanlagen bei. Nach 30 Jahren als Professor an der TUM emeritierte Manfred Paul im Jahre 2000. Auch danach engagierte er sich mit hohem persönlichen Einsatz an der Fakultät und für die Wissenschaft.