Radig, Bernd


Bernd Radig ist kein Mann der großen Worte. In seinem Fach aber hat er Großes geleistet. Der Professor für Informatik der Technischen Universität München gilt nicht nur als Spezialist für künstliche Intelligenz, sondern ist auch Initiator des Projekts „wissensbasierte Systeme“ des ersten bayerischen Forschungsverbunds. Inzwischen gibt es davon mehr als 20 in verschiedensten Disziplinen. Zeit also, den Vater der Verbund-Idee zu würdigen. Gestern erhielt Radig die Auszeichnung „Pro Meritis Scientiae et Litterarum“.

Einmal im Jahr würdigt Wissenschaftsminister Hans Zehetmair mit dem Preis die bayerischen „Aushängeschilder“ in Forschung und Kunst. Neben Radig erhielten „Pro Meritis“ auch Hubert Markl, der bis vor kurzem noch Präsident der Max-Planck- Gesellschaft war. Zehetmair lobte Markl als Wissenschaftler, Manager und Vermittler, der komplexe Zusammenhänge für eine breite Öffentlichkeit anschaulich gemacht habe. Auch hob er sein ethisches Verantwortungsbewusstsein in der Debatte über die Genforschung hervor. Geehrt wurde auch die Würzburger Toxikologin und Krebsforscherin Helga Stopper. In der Abteilung Kunst nahmen die Auszeichnung die Münchner Schauspielerin Christine Neubauer, die Intendantin des Regensburger Theaters, Marietheres List, die Kinderbuchautorin Mirjam Pressler und der Bildhauer Alf Lechner entgegen.

Zehetmair nahm die Feierstunde in der Residenz zum Anlass, erneut auf die Kulturhoheit der Länder zu pochen. „Wir brauchen keine kulturpolitische Zentralinstanz in Berlin“, sagte der Minister. Wichtig sei die Freiheit in der Vielfalt. Das gelte im Bund sowie im Land. Der Staat solle lediglich Rahmenbedingungen schaffen, damit Künstler und Forscher in „größtmöglicher Freiheit“ arbeiten könnten. (Christine Burtscheidt, SZ)