Testausführungsplanung (TAP) und Fehlermustererkennung (FER)

Um das korrekte Verhalten von Fahrzeugsoftware – beispielsweise Funktionen zur Motorsteuerung oder Fahrerassistenzsysteme – auf vernetzten Steuergeräten im Systemverbund zu testen, werden Hardware-in-the-Loop-Prüfstände (HiL) zur funktionalen Absicherung eingesetzt. Dabei werden die zu testenden Steuergeräte in eine Testumgebung eingebettet, welche aus realen Komponenten wie Steuergeräten und Energiespeichern sowie softwarebasierten Simulationen von Teilen der physikalischen Umgebung besteht. Somit sind HiL-Prüfstände im Automobilumfeld komplexe cyber-physikalische Systeme, deren Beherrschung an sich bereits eine Herausforderung darstellt.

Während der automatisierten Tests treten häufig Abweichungen vom erwarteten Verhalten auf. Folglich ist ein weiterer wichtiger Arbeitsschritt das Identifizieren und Analysieren von Fehlern und Fehlverhalten am Prüfstand. Gerade wenn ein (möglicherweise sogar bekanntes) Fehlverhalten des Prüfstands auftritt, ist eine automatisierte Unterstützung des Testingenieurs bei der Fehlersuche aufgrund der erwarteten Zeitersparnis von großem Vorteil. Diese zeitintensive, manuelle Fehleridentifikation und -diagnose wird im Rahmen des TAPFER Projekts durch ein selbständig lernendes Verfahren unterstützt. Dieses kann Fehlermuster erkennen und sukzessive von Anwendern lernen, mit zugrundeliegenden Fehlern umzugehen. Dazu werden Testergebnisberichte und während der Laufzeit aufgenommene Daten herangezogen, um ein System darauf zu trainieren, fehlerhaft ausgeführte Testskripte automatisiert zu analysieren. Die mitunter zeitintensive und oftmals aufgrund von Zeitmangel oder fehlender Information suboptimale manuelle Ausführungsplanung von Testskripten auf Testressourcen wird durch die dynamische Testausführungsplanung übernommen. Diese bezieht zusätzlich zu bereits verfügbaren Informationen die während der Fehlermustererkennung gewonnenen Erkenntnisse zur Laufzeit mit ein, um Ausfallzeiten zu minimieren und somit die Produktivität von Testressourcen zu steigern. Schließlich übernimmt die Testausführungsplanung die Verteilung von Testaufträgen auf verfügbare Testressourcen unter Beachtung vorgegebener Randbedingungen.

Projektpartner

  • TUM
  • TraceTronic GmbH
  • BMW (assoziiert)
  • BOSCH (assoziiert)

Fördergeber

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)