Wege zum Virtuellen Gesundheitsamt – Potentialanalyse der Prozessstandardisierung in Gesundheitsämtern

Thesis (BA/MA)

Betreuer: Martin Engert (martin.engert@tum.de)

Kontext

Die Digitalisierung des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) ist nicht zuletzt wegen der andauernden Corona-Pandemie in den Fokus der Politik und Gesellschaft gerückt. Insbesondere die Gesundheitsämter (GÄ) sind bei der Gesundheitsprävention vor Ort von entscheidender Bedeutung. Dies hat auch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) erkannt und den „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ auf den Weg gebracht.[1] Initiativen wie der Innovationsverbund Öffentliche Gesundheit (InÖG) fordern darüber hinaus weitreichende Veränderungen und schlagen das „virtuelle Gesundheitsamt“ als digitale, modulare und offene Struktur vor, welche Gesundheitsämter vor Ort unter anderem mit notwendigen Systemen und Prozesswissen ausstattet.[2]

Um mittelfristig ein virtuelles Gesundheitsamt entwickeln und etablieren zu können, gilt es zunächst ein Verständnis von den Aufgaben und prozessualen Abläufen in verschiedenen Gesundheitsämtern, zu entwickeln. So können Standardisierungspotentiale, aber auch Notwendigkeiten für Individualisierungsmöglichkeiten identifiziert werden. Mit Hilfe dieses Prozessverständnisses können schließlich Vorschläge für die Gestaltung und den Aufbau einer modularen digitalen Infrastruktur abgeleitet werden. Als Startpunkt für eine solche Analyse können beispielsweise standardisierte Prozesse des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes (KJGD) wie Abläufe zu Vorschuluntersuchungen untersucht werden.

[1] https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/o/oeffentlicher-gesundheitsheitsdienst-pakt.html

[2] https://uploads-ssl.webflow.com/5fc25a370f3f8155d7f96471/60eb1973406486a960d72ee3_202107_Diskussionspapier_In%C3%96G-St%C3%A4rkung_%C3%96GD_durch_innovative_Digitalisierung.pdf

Aufgaben

  • Strukturierte Literaturrecherche zum föderalen Informationsmanagement, insbesondere digitale Prozessstandardisierung
  • Analyse eines konkreten Prozesses des KJGD (zB Vorschuluntersuchungen) in verschiedenen GÄ in Deutschland
  • Vergleichende Analyse über alle analysierten GÄ hinweg zur Identifikation von Standardisierungspotentialen sowie Notwendigkeiten einer Individualisierung

Anforderungen

  • Hohes Maß an Autonomie und Selbstständigkeit, sowie sehr gute Noten
  • Erfahrung in qualitativer Forschung ist ein Plus, ebenso wie Erfahrung in der Prozessanalyse und Dokumentation mit BPMN 2.0 (zB Signavio)
  • Sehr gute Deutschkenntnisse sind zwingende Voraussetzung

Further Information

The thesis can be written in English or German. The topic can also be adapted to your interests. If you have further questions, please do not hesitate to contact me directly (martin.engert@tum.de). Please send your application including our application form, a current transcript of records, and your CV to martin.engert@tum.de. Please note that we can only consider applications with complete documents.