Google European Doctoral Fellowship

2012 |

Mühlbauer, Tobias


Doktorand der TUM-Informatik wird Fellow

Nur 15 Doktoranden wählte Google in ganz Europa für ihr „European Doctoral Fellowship“ Programm 2012 aus. Tobias Mühlbauer ist einer von ihnen. Der Mitarbeiter am Lehrstuhl für Datenbanksysteme von Prof. Alfons Kemper wird mit Hilfe des zweijährigen Stipendiums an verteilten, hybriden Hauptspeicher-Datenbanksystemen forschen.

Google unterstützt mit dem Programm herausragende Doktoranden in der Informatik in ihren Forschungsarbeiten. Die Fellows erhalten neben dem Stipendium einen Google-Mentor und werden Teil des Fellow-Netzwerks. Das Programm ist eingebunden in das weltweite Programm Google PhD Fellowship.

Das Auswahlverfahren ist fordernd: Zunächst wurde Tobias Mühlbauer als potentieller Kandidat von der Fakultät vorgeschlagen. Dann musste sein Forschungsvorhaben die Jury bei Google überzeugen. Das ist ihm gelungen.

Verteilte hybride Datenbanksysteme – Schnelle Entscheidungshelfer 

Tobias Mühlbauer konzentriert sich nun auf seine Forschung im Bereich von Datenbanken. Seine Aufgabe: Das am Lehrstuhl von Prof. Alfons Kemper und Prof. Thomas Neumann entwickelte HyPer-Datenbanksystem für verteilte Systeme für Cloud-Anwendungen fit zu machen.

Moderne Datenbanksysteme müssen sich den veränderten Anforderungen stellen: In immer kürzeren Zeiträumen werden immer mehr Daten in bestehende Datenbanken hinzugefügt. Gleichzeitig müssen betriebswirtschaftliche Entscheidungen zunehmend schneller getroffen werden, die sich auf eine stets veränderte Datenbasis stützen.

Das HyPer-Datenbanksystem kommt als Hauptspeicherdatenbank diesen Herausforderungen entgegen: Indem die Daten im Hauptspeicher – und nicht auf der Festplatte – gespeichert werden, ist die Datenbank schneller. Als hybrides Datenbanksystem kann HyPer effizient Transaktionen wie Kauf und Verkauf durchführen und gleichzeitig Analysen bereitstellen wie beispielsweise die Entwicklung der aktuellen Verkaufszahlen in einer speziellen Region. Da diese Analysen nahezu in Echtzeit dem Nutzer präsentiert werden und die neuesten Transaktionen mit berücksichtigen, können Unternehmensentscheidungen leichter und zeitnah getroffen werden.

Tobias Mühlbauer geht nun in seiner Doktorarbeit den nächsten Schritt: Enorme Datenmengen und eine hohe Anfragelast machen verteilte Datenbanksysteme erforderlich; Daten und die Verarbeitung der Daten werden also weltweit auf viele Rechner verteilt. Mühlbauer und einige Kollegen werden die hybride Datenbank HyPer nun so weiterentwickeln, dass sie als verteilte Datenbank arbeiten kann.

Am Ende sollen große Datenbanksysteme stehen, die schnell arbeiten und nahezu in Echtzeit Daten-Analysen liefern und somit Entscheidungsprozesse unterstützen. Damit werden sie einer Real Time Business Intelligence gerecht.