Broy, Manfred


„Spitzenpreis für Computer-Forscher“

Unter dieser Überschrift berichtet die Augsburger Allgemeine Zeitung über die Verleihung eines Leibniz-Preises an die Informatiker Manfred Broy und Ernst-Rüdiger Olderog. Die Zeitung schreibt: „Im Holbein-Gymnasium fiel Manfred Broy als Schüler durch sein Mathematik-Talent, seine lebhafte Art und die langen Haare auf.“

Das hat sich nur im Hinblick auf das letztere etwas geändert. Broy, der an der TUM studierte, 1980 promovierte und sich 1982 habilitierte, ging 1983 als Professor an die Universität Passau, wo er erster Dekan der Informatik war; er wurde 1989 nach München zurückberufen.

Seine Arbeiten konzentrieren sich auf die Beschreibung der Eigenschaften von Software-Systemen, mit besonderer Betonung der Spezifikation komplexer Prozesse auf verteilten Rechnern. Der mit drei Millionen Mark dotierte Preis soll „dazu dienen, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Aufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftler zu erleichtern.“ (so die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die den Preis vergibt). 

Broy war einer der ersten, der eine befriedigende Semantik lose kooperierender Prozesse gab. Diese Arbeiten können nun unter massivem Einsatz algebraischer Methoden fortgesetzt werden, mit dem praktischen Ziel kurzer Programmier- und Testzeiten bei Rechnerverbunden, die nicht notwendig eng gekoppelt sind. Für die Steuerung großtechnischer Anlagen ist das von außerordentlicher wirtschaftlicher und sicherheitstechnischer Bedeutung.

Auch Olderog hat eine Verbindung mit der TUM: er ist Schüler von Hans Langmaack in Kiel, der wiederum gemeinsamer Schüler von Klaus Samelson (+1980) und F. L. Bauer seit ihrer Mainzer Zeit ist.

Friedrich L. Bauer