Heinz Schwärtzel-Disserationspreis für Grundlagen der Informatik 2020

Farcas, Ionut

Dr. Ionut Farcas

Im Rahmen der Abschlussfeier für Absolventinnen und Absolventen am 9. Dezember wurden in diesem Jahr zwei gleichwertige Heinz Schwärtzel-Dissertationspreise vergeben. Stifter Prof. Heinz Schwärtzel konnte aufgrund der Covid-19-Pandemie erstmals nicht persönlich anwesend sein. Vertreten wurde er durch Laudatorin Prof. Susanne Albers (Lehrstuhl für Algorithmen und Komplexität). Der Heinz Schwärtzel-Preis für Grundlagen der Informatik wird seit 2006 jährlich vergeben. Er richtet sich an hervorragende Promovierte der drei Münchner Universitäten TUM, LMU und Universität der Bundeswehr. Dem Stifter und Ehrenmitglied der Gesellschaft für Informatik e. V. ist es ein besonderes Anliegen, die grundlagenorientierte Informatik-Forschung mit diesem Preis zu fördern.
Nachdem im letzten Jahr die italienische Wissenschaftlerin Dr. Elisa Canzani von der Universität der Bundeswehr den Preis entgegennehmen durfte, teilen ihn sich heuer zwei Promovierte der TUM und erhalten je 750 Euro als Anerkennung ihrer Leistung.
Dr. Ionut Farcas überzeugte durch seine Dissertation mit dem Titel "Context-aware Model Hierarchies for Higher Dimensional Uncertainty Quantification". Sie entstand am Lehrstuhl für Wissenschaftliches Rechnen (Prof. Hans-Joachim Bungartz).

In der Laudatio hieß es:

"Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erfassung und Quantifizierung von Unsicherheiten (Uncertainty Quantification, UQ), die bei Simulationen, Visualisierungen und Datenanalysen meistens die Verlässlichkeit einschränken. Insofern ist UQ im Bereich des Computational Science and Engineering aktuell eines der heißen Themen überhaupt. Herr Farcas befasste sich dabei mit den besonders anspruchsvollen hochdimensionalen Szenarien und untersuchte, wie hier Modellhierachien optimal (i.H.a. das Verhältnis aus Aufwand und Qualität des Ergebnisses) für UQ eingesetzt werden können. Der im Zusammenhang mit Approximationen von ihm eingeführte Begriff der Context Awareness ist innovativ - er eröffnet einerseits einen neuen Blickwinkel auf das Design von Surrogatmodellen, er führt aber andererseits auch zu ganz konkreten neuen Algorithmen. Auch über die in der Dissertation betrachteten Anwendungsszenarien hinaus hat die Arbeit bereits vielfältige Impulse gegeben, die das Gebiet der UQ prägen werden. Die Arbeit von Herrn Farcas besticht durch die Kombination aus Breite (Mathematik, Algorithmik, Stochastik, HPC, ...) und Tiefe (hochkarätige methodische Beiträge), aus grundlegender Methodik und hoch relevanten Anwendungen. Das Aufsehen, das seine Forschungsarbeit bereits früh erregt hat, manifestierte sich dann auch in Preisen (z.B. seine Auszeichnung als 'bester rumänischer Student auf Postgraduate-Ebene im europäischen Ausland'), Einladungen (z.B. an das Institute for Pure and Applied Mathematics an der UCLA) sowie in seiner 'Abwerbung' als Postdoc nach Austin, Texas, noch während der Endphase seiner Promotion."