Prof. H.-J. Siegert verstorben


Prof. Dr. Hans-Jürgen Siegert (Foto: privat)

Am Freitag, den 12. Februar 2021, verstarb Prof. Dr. Hans-Jürgen Siegert, emeritierter Ordinarius für Informatik VI - Echzeitsysteme und Robotik an der TUM. Von 1994 bis 1996 war Prof. Siegert Dekan der erst 1992 gegründeten Fakultät für Informatik. Geboren 1935 in Ulm studierte er ab 1955 Physik an der TU Stuttgart, wo er 1965 bei Prof. Dr. Karl-Heinz Höcker promovierte und die Abteilung Numerik aufbaute. 1967 wechselte Prof. Siegert zu AEG-Telefunken Konstanz und wurde Leiter der System- und Anwendungsprogrammierung der Großrechner sowie der Entwicklungsrechenzentren. 1975 kam er als Professor für Informatik an die TUM. Prof. Siegert baute den Lehrstuhl für Betriebssysteme und Rechnernetze auf, ab 1984 kam das Gebiet Echzeitsysteme und Robotik hinzu. Besonders weit reichende Wirkung hatte seine Arbeit als Leiter der Rechnerbetriebsgruppe der Informatik. Hier entstanden zukunftsweisende Konzepte mit Modellcharakter. Als Mitglied respektive Vorsitzender mehrerer vom damaligen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst berufener Kommissionen trug Prof. Siegert wesentlich zu einem frühzeitigen und schnellen Aufbau der Rechner- und Netzinfrastruktur an den bayerischen Hochschulen bei. 1994 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1999 den Bayerischen Verdienstorden. Ehemalige Kollegen an der Fakultät für Informatik erinnern sich an Prof. Siegert als "erfolgreichen Hochschullehrer, geprägt von Klarheit und Genauigkeit, Nähe zur Implementierung, unter scharfem Herausarbeiten der schwierigen Sachverhalte". Er zeichnete sich aus durch seinen "wachen Gemeinschaftssinn und seine hohe Verbindlichkeit, die er ebenso bei anderen einforderte" sowie seine "große persönliche Bescheidenheit". Prof. Siegert war "ein Mensch in der Natur, ein wandernder und reisender Mensch".